Die nächsten Veranstaltungen

Die nächsten musikalischen Veranstaltungen
in den Kirchen von Berlin-Rahnsdorf:

30 Minuten Orgelmusik
auf der historischen Dinse-Orgel
27. Juni bis 3. Oktober 
alle 14 Tage samstags 18.00 Uhr
Dorfkirche Berlin-Rahnsdorf

Die historische Dinse-Orgel der Dorfkirche Rahnsdorf erklingt wieder regelmäßig: Von Ende Juni bis Anfang Oktober laden wir alle zwei Wochen zu einer halben Stunde Orgelmusik ein – ein besonderer Moment der Ruhe und der musikalischen Besinnung. In der im alten Fischerdorf Rahnsdorf gelegenen Dorfkirche wurde die Orgel 1888 von der Berliner Orgelbauwerkstatt Gebrüder Dinse erbaut und zählt mit ihrem warmen, romantischen Klangbild zu den wertvollen historischen Instrumenten der Region. Im Jahr 2011 wurde die Orgel umfassend restauriert und erfreut seitdem Freunde der Orgelmusik im historischen Ambiente der Dorfkirche Rahnsdorf. Verschiedene Organistinnen und Organisten werden die besonderen klanglichen Möglichkeiten der historischen Dinse-Orgel mit Orgelmusik aus unterschiedlichen Stilepochen erkunden – die individuelle Auswahl der Stücke und das zu erwartende klangliche Ergebnis sollte Anlass genug sein, möglichst keine dieser Orgelmusiken zu verpassen!

 

 

Musiksommer
am Müggelsee 2026
4. Juli bis 26. September
alle 14 Tage 18.00 Uhr
Taborkirche Wilhelmshagen

Der Sommer klingt – und das mitten im Grünen! Die Konzertreihe „Musiksommer am Müggelsee“ lädt Sie herzlich zu stimmungsvollen musikalischen Abenden in die Taborkirche Wilhelmshagen ein. In der besonderen Akustik des Kirchenraums und der entspannten Atmosphäre der warmen Monate erklingen Werke großer Meister – interpretiert von hervorragenden Solist*innen und Ensembles.
Freuen Sie sich auf ein abwechslungsreiches Programm mit Musik aus verschiedenen Epochen, spannenden Besetzungen und beeindruckender Klangfülle.
Alle Konzerte finden in der Taborkirche Berlin-Wilhelmshagen statt – Beginn ist jeweils um 18.00 Uhr.
Der Eintritt zu allen Konzerten ist frei, um einen angemessenen freiwilligen Kostenbeitrag wird gebeten.
Genießen Sie mit uns unvergessliche musikalische Sommerabende in der Taborkirche Wilhelmshagen!

Musiksommer 2026 Programmübersicht 

 

Samstag, 26. September 2026, 18:00 Uhr
Taborkirche Wilhelmshagen

Abschlusskonzert
»REJOICE IN THE LORD«
Konzert für Chor & Orgel

Englische Chormusik
aus dem 19. u. 20. Jahrundert
zwischen Kathedrale und Konzertsaal
mit Werken von Henry Smart,
Samuel Sebastian Wesley,
Arthur Sullivan,
John Stainer,
George Rathbone u.a.

Orgel: Graham Cox
Kantorei Berlin-Rahnsdorf,
Leitung: Johannes Raudszus

Die englische Chormusik des 19. Jahrhunderts besitzt einen unverwechselbaren Klang: würdevoll und leuchtend, zugleich innig, melodisch und von großer emotionaler Direktheit. In den Kathedralen und Colleges Englands entwickelte sich eine Tradition, die liturgische Tiefe mit romantischer Ausdruckskraft verband. Zwischen der Wiederbelebung der anglikanischen Kirchenmusik im viktorianischen Zeitalter und den klanglichen Erweiterungen des frühen 20. Jahrhunderts entstand ein Repertoire, das bis heute den Kern der englischen Chorkultur bildet.
Das Programm führt durch diese Epoche und verbindet festliche Anthems und kontemplative Chorhymnen zu einem musikalischen Panorama englischer Sakralmusik. Im Zentrum stehen Komponisten wie  Samuel Sebastian Wesley, Arthur Sullivan, John Stainer u.a., die das musikalische Leben der großen Kathedralen, Kirchen und Universitäten prägten – Musiker, Organisten und Chorleiter, deren Werke weit über den liturgischen Gebrauch hinaus Bedeutung erlangten.
So entsteht aus den einzelnen Werken ein vielschichtiges Bild englischer Chormusik: eine Musik zwischen Liturgie und Konzertsaal, zwischen persönlichem Gebet und öffentlicher Feier, zwischen schlichter Hymne und groß angelegtem Anthem. Gemeinsam ist all diesen Kompositionen die besondere Verbindung von Textbezogenheit, melodischer Schönheit und klanglicher Leuchtkraft – Eigenschaften, die die englische Chormusik bis heute einzigartig machen.
Dieses Konzert lädt dazu ein, die Vielfalt und Ausdruckskraft einer Tradition zu entdecken, die über Generationen hinweg Sängerinnen, Sänger und Zuhörer gleichermaßen bewegt hat: Musik voller Hoffnung, Trost und festlicher Freude – Musik, die den ganzen Raum erfüllt und zugleich individuell eine große Eindringlichkeit entwickelt.

 

Samstag, 3. Oktober 2026, 18.00 Uhr
Dorfkirche Rahnsdorf

30 Minuten Orgelmusik
auf der historischen Dinse-Orgel

Orgel: Johannes Raudszus

 

Sonntag, 8. November 2026, 18.00 Uhr
Taborkirche Berlin-Wilhelmshagen

Media vita in morte sumus

Nicolas Gombert (* um 1495 † um 1560)
Media vita in morte sumus

Orlando di Lasso (1532 – 1594)
Psalmus Poenitentialis II
Beati quorum remissæ sunt iniquitates

Antonio Lotti (1667 – 1740)
Missa pro defunctis à 4 voci
– Introitus (Requiem aeternam)
– Kyrie
– Dies irae
– Offertorium
– Sanctus
– Benedictus
– Agnus Dei 

Media vita in morte sumus

Das programmatische Fundament ruht auf einer der eindringlichsten Wahrheiten der christlichen Liturgie: „Media vita in morte sumus“ – Mitten im Leben sind wir vom Tod umgeben. Die drei ausgewählten Meisterwerke aus der Renaissance und dem Barock spannen einen Bogen von tiefer, existentieller Klage über die zerknirschte Bitte um Vergebung bis hin zur tröstlichen Gewissheit des ewigen Friedens. Sie zeigen, wie Komponisten über Jahrhunderte hinweg der menschlichen Vergänglichkeit eine musikalische Stimme verliehen haben.

Den Auftakt bildet die sechsstimmige Motette von Nicolas Gombert (ca. 1495–1560) Media vita in morte sumus. Gombert, ein Schüler Josquin Desprez’, war berühmt für seinen dichten, ununterbrochen fließenden polyphonen Stil. In seiner Vertonung der berühmten gregorianischen Antiphon verzichtet er fast vollständig auf Pausen oder musikalische Ruhepunkte. Die Stimmen verweben sich in einem dichten, unaufhaltsamen Kontrapunkt. Diese musikalische Struktur spiegelt die Unausweichlichkeit des Todes wider, der den Menschen mitten im irdischen Dasein ereilen kann. Gomberts Musik schafft eine dichte, fast meditative Atmosphäre, die den Hörer unmittelbar in die existentiellste aller Fragen hineinzieht.

Auf die Erkenntnis der eigenen Sterblichkeit folgt der Weg der inneren Umkehr. Orlando di Lasso (1532–1594) schuf mit seinen Septem Psalmi Davidis Poenitentiales (Sieben Bußpsalmen) einen Meilenstein der europäischen Musikgeschichte. Der Psalmus II (nach biblischer Zählung Psalm 32/31) beginnt mit den Worten: „Wohl dem, dem die Missetat vergeben ist, dem die Sünde bedeckt ist.“Lasso erweist sich hier als unübertroffener Meister der Wortausdeutung. Er zeichnet das seelische Leid des Sünders, das Verstummen vor Gott und die Last der Schuld mit einem plastischen ausdrucksvollen Chorsatz nach.

Den Abschluss und Höhepunkt des Programms bildet Missa pro defunctis von Antonio Lotti (1667–1740). Als langjähriger Organist und Kapellmeister am venezianischen Markusdom schuf er diese Totenmesse ganz im Geiste des stile antico. Nach den vielstimmigen Komplexitäten der Renaissance-Meister Gombert und Lasso führt uns Lotti zurück zu einer edlen, vierstimmigen Schlichtheit. Lotti kopiert die Vergangenheit jedoch nicht bloß. Unter der strengen, kontrapunktischen Oberfläche, die sich an Palestrina orientiert, bricht immer wieder eine barocke, hochemotionale Harmonik hervor. Durch kühne Dissonanzen, chromatische Wendungen und dichte Stimmführung verleiht er dem liturgischen Text eine zeitlose, spirituelle Tiefe. Besonders in der gewaltigen Sequenz des Dies irae changiert die Musik meisterhaft zwischen dem furchterregenden Zittern vor dem Jüngsten Gericht und dem flehentlichen Ruf nach Barmherzigkeit. Lottis Missa pro defunctis führt uns vor Augen, dass auf die Klage (Gombert) und die Buße (Lasso) die endgültige Ruhe folgen darf. Es ist kein theatralisches Trauerspiel, sondern ein Werk von intimer Ernsthaftigkeit, das den Hörer mit einer kunstvoll geflochtenen, harmonischen Klarheit und spendendem Trost entlässt.