Weihnachtsoratorium von J. H. Rolle

Telemann RolleSamstag, 16. Dezember 2017
16.00 Uhr Taborkirche Berlin-Wilhelmshagen

Georg Philipp Telemann (1681-1767)
„Machet die Tore weit“
Eingangschor aus der gleichnamigen Adventskantate TVWV 1:1074
„Nun komm, der Heiden Heiland“
Adventskantate TWV 1:1174

2017-12 WKJohann Heinrich Rolle (1716-1785)
Weihnachtsoratorium

Teresa Suschke – Sopran
Dorothe Ingenfeld – Alt
Stephan Kelm – Tenor
Marcel Raschke – Bass
Kantorei Berlin-Rahnsdorf
Orchester Concertino Berlin
auf Barock-Instrumenten,
Leitung: Johannes Raudszus

Eintrittskarten im Vorverkauf
und an der Tageskasse

 

 

Am Samstag, d. 16.12. 2017 lädt die Kantorei Rahnsdorf um 16.00 Uhr zum Weihnachtskonzert in die Taborkirche Wilhelmshagen ein. Zur Aufführung kommt das Weihnachtsoratorium von Johann Heinrich Rolle (1716-1785). Rolle, dessen Werke erst seit den 1990er Jahren wiederentdeckt und aufgeführt werden, war zu seinen Lebzeiten als Komponist sehr geschätzt. So beschreibt ihn sein Zeitgenosse, der Engländer Charles Burney als “feurigen und gedankenreichen Komponisten”, der sich “durch seine Werke für die Kirche rühmlichst bekannt gemacht hat”. Rolles geistliches Werk umfasst zahlreiche Kantaten, Motetten, Passionen und Oratorien. Seine erste musikalische Ausbildung erhielt er bei seinem Vater, der sich neben Johann Sebastian Bach um die Stelle als Thomaskantor in Leipzig bewarb, dann aber 1721 als “Director musices” nach Magdeburg berufen wurde. Dort besuchte Johann Heinrich Rolle (wie schon Georg Philipp Telemann vor ihm) die Altstädtische Schule.

1734 wurde Johann Heinrich Rolle Organist an der Petrikirche in Magdeburg. Im Oktober 1737 nahm er ein Jurastudium auf. Daran anschließend beabsichtigte er ein Justitiariat in Berlin, wirkte ab 1741 aber als Geiger und Bratschist in der Hofkapelle Friedrichs II. in Berlin, wo er Carl Philipp Emanuel Bach, Johann Joachim Quantz und die Brüder Carl Heinrich und Johann Gottlieb Graun kennenlernte. 1746 kehrte Rolle als Johannisorganist nach Magdeburg zurück und trat 1752 als Kantor am Altstädtischen Gymnasium und als städtischer Musikdirektor in die Fußstapfen seines verstorbenen Vaters. Die Stelle als Kantor hatte er bis zu seinem Tod 1785 inne. Das Weihnachtsoratorium wurde erstmals 1769 im Rahmen einer von Rolle initiierten öffentlichen Konzertreihe aufgeführt. Große Formenvielfalt und ein eindrückliches Eingehen auf den Text machen auch das Hören heutzutage zu einem großartigen weihnachtlichen Erlebnis.

Bezüge zu Magedburg gibt es auch bei den weiteren Werken, die im Weihnachtskonzert aufgeführt werden. Der gebürtige Magdeburger Georg Philipp Telemann (1681-1767) hat mit seinen Kompositionen eines der umfangreichsten musikalischen Lebenswerke der europäischen Musikgeschichte hinterlassen und war zu Lebzeiten berühmter und gefragter als sein Zeitgenosse Johann Sebastian Bach. Ab 1721 versorgte er als Director Musices die Hauptkirchen Hamburgs mit Kirchenmusik. Mit der Kirchenkantate beschäftigte sich Telemann von Jugend an und hat dieser Form schon vor Bach in Zusammenarbeit mit dem Textdichter Erdmann Neumeister neue Impulse geben können. Davon legt die festliche Adventskantate „Nun komm, der Heiden Heiland“ beeindruckend Zeugnis ab.